Smells like Wien Spirit

Hat Wien einen spezifischen Geruch? Wer das wissen will, geht auf Stadterkundung mit Eugene Quinn

Stadtleben | FÄHRTENLESUNG: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Regennasser Beton als Kopfnote. Vielleicht ein Hauch von sonnenwarmem Baum -Rinde wie Blätter - gemischt mit dem Odor von Abgasen und der leicht modrigen Note, die aus Altbaukellern aufsteigt, als Herznote. Und die Basisnote? Die menschelt. Könnte man so den Geruch von Wien beschreiben? Hat Wien überhaupt einen spezifischen Duft? Einen, der die Stadt von anderen unterscheidet?

Vielleicht muss man von anderswo kommen, um des Wiener Geruchs gewahr zu werden. Der gebürtige Brite Eugene Quinn jedenfalls kann ihn riechen, den Unterschied zwischen Wien und London: London, sagt Quinn, rieche viel stärker nach Abgasen, der vielen Taxis wegen, und nach Curry, einem Duft, den die Einwanderer mitgebracht haben.

Nachdem dem ehemaligen Journalisten und Kulturaktivisten Quinn, 48, das aufgefallen war, machte er sich auf die Suche nach den typisch wienerischen Gerüchen. Und er hat sie gefunden. Nun bietet er eine Tour zu den duftenden Ecken der Stadt an: Smells like Wien Spirit, nennt der Guerilla-Stadtführer


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