Gegen die Kasernen im Geiste

Ein Held und doch unbekannt: Das Œuvre des Architekten, Designers und Künstlers Friedrich Kiesler wird im Mak aufgerollt

Feuilleton | Kritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Peggy Guggenheim hielt sich nicht mit Höflichkeitsfloskeln auf. "I want your help", lautet der erste Satz des fordernden Briefes, den sie 1942 an Friedrich Kiesler schickte. Die Kunstsammlerin hatte den österreichischen Architekten und Designer als Figur der New Yorker Szene kennengelernt. Nun beauftragte sie ihn, eine ehemalige Schneiderwerkstatt in Ausstellungsräume für ihre Kollektion von Avantgardekunst umzuwandeln.

Der 1890 in Czernowitz -damals österreichisch-ungarische Monarchie, heute Ukraine -geborene Kiesler lebte zu diesem Zeitpunkt bereits seit 15 Jahren in den USA, hatte aber kaum an seine europäischen Erfolge vor 1926 anknüpfen können. Er unterrichtete Bühnenbild; von seinen vielen Entwürfen und Wettbewerbsbeiträgen war kaum etwas realisiert worden. Mit den originellen Entwürfen für Guggenheims Galerie "Art of This Century" gelang ihm sein erster Coup in Amerika.

Durch ein Modell in der Mak-Retrospektive

"Friedrich Kiesler" lässt sich die Galerie en miniature besuchen.


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