Theater Kritiken

Geerbte Pistolen, offene Rechnungen

Lexikon: Theater | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Hedda langweilt sich bei ihrem neuen Gatten. Mit alten Liebhabern hat sie noch Rechnungen offen, und ihr Vater hat ihr - verheerend! - zwei Pistolen vererbt. Auf den ersten Blick wirkt Martin Kušejs Inszenierung von Henrik Ibsens "Hedda Gabler" unfassbar altbacken: die klagende alte Tante (Barbara de Koy), die Salonkostüme, die Salontür. Im Laufe der Zeit wird man jedoch dank des hochkonzentrierten Spiels aller Beteiligten (neben Birgit Minichmayr in der Hauptrolle vor allem Norman Hacker und Sebastian Blomberg) unversehens von dem Psychodrama angezogen wie die Männer von der resoluten Hedda. Nächste Spielzeit inszeniert Kušej an der Burg, bis dahin ist hier dieses feingeschliffene Gastspiel aus München zu sehen. MP Burgtheater, Di, Mi 20.00


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