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IT-Kolumne

Medien | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Bisweilen hört man, wir lebten im journalistischen Elfenbeinturm. Dabei teilen wir Schreiberlinge doch ein Hauptinteresse mit der Mehrheitsgesellschaft: Wir beschäftigen uns gerne mit uns selbst -etwa dem neuen "Reuters Institute Digital News Report". Die Ergebnisse der Umfragen aus 26 westlichen Ländern zeigen zum Beispiel, dass erstmals die sozialen Medien den Fernseher als Hauptnachrichtenquelle bei den 18-bis 24-Jährigen überholten. Auch spannend: Soziale Medien sind bei Frauen das beliebteste Werkzeug, um Nachrichten zu entdecken; Männer gehen lieber direkt auf die Webseiten oder Apps. Und mehr Befragte (36 %) gaben an, es gut zu finden, Nachrichten automatisch anhand dessen auszuwählen, was sie selbst zuvor gelesen hatten, als die Auswahl Redakteuren zu überlassen (30 %).

Verlässt man sich bei der Nachrichtenauswahl lieber auf Algorithmen und Freunde als auf uns journalistisch Engagierte, denen laut Reuters Institute nur ein knappes Drittel der Österreicher vertraut? Bei mir im Elfenbeinturm müsste man eh ausmalen. Also tschüss.


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