Neue Bücher

Das Sehen und die Wirklichkeit, die Liebe und die Vergebung

Feuilleton | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Adolph Menzel war der bedeutendste Vertreter des deutschen Realismus, ein bisweilen misogyner, aber blitzgescheiter und humorvoller Berliner Junggeselle. Mit seinen 140 Zentimetern Körpergröße zeichnete er, wo er saß und stand, weil er sich nur so - und das durchaus auch körperlich - behaupten konnte: Er verschaffte sich im sehenden Verstehen Übersicht über das, was nicht zu durchschauen und überschauen war. Zeichnend zerlegte er die Welt und lernte Objekte, Raum, Stoffe, Menschen und somit auch sich selbst kennen.

Werner Busch erklärt dem Leser das Menzel'sche Sehen und lehrt ihn somit selbst sehen. Obwohl das Vorwort wenig überzeugend ist, goldener Schnitt und Mittelachsendramaturgie überbetont werden, ist diese Studie meisterlich im Aufbau, scharfsinnig im Detail, souverän in der Wissensaufbereitung und somit eine wunderbare Schule des bildkünstlerischen Sehens. SEBASTIAN KIEFER

Werner Busch: Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit. C. H. Beck, 304 S., 167 Abb.,

  293 Wörter       1 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige