Team der Stunde

Die Krieger aus Polen können alles: Das Spiel führen, kontern, furchteinflößend heißen

Zu wem man jetzt halten muss

Fussball-EM | Lukas Matzinger | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Die Polen sind zu mögen. Eh schon länger. Erbarmungslose Kriegertypen sind das, die Fußball spielen und keinen Unsinn machen, die für jeden Quadratzentimeter Platz zu kämpfen bereit sind und bei denen schon die Namen wehtun können. Gestatten Sławomir, Piotr, Bartosz.

Bisher haben die Polen in diesem Turnier zweimal gezeigt, was sie zu leisten imstande sind und was Fußballfreunde zu lieben geneigt sind. Im ersten Spiel gegen Nordirland, drückend überlegen, konzentriert zu Ende gespielt, zweifellos zu niedrig 1:0 gewonnen. Dann kam Deutschland, und das polnische Team ließ den Weltmeistern, die zum Tanz aufgelegt waren, kaum Luft zum Atmen und rang den Nachbarn ein stahlhartes 0:0 ab.

Bei den vergangenen beiden Europameisterschaften schied Polen jeweils in der Gruppenphase aus. Die Klasse für mehr ist da, das wagt keiner ernsthaft zu bezweifeln. Die alte Dortmund-Meister-Achse Łukasz Piszczek, Jakub Błaszczykowski und Robert Lewandowski ist bekannt.

Dazu kommen in der Hütte Wojciech Szczęsny vom AS Rom, auf der Sechs Grzegorz Krychowiak vom FC Sevilla und mit dem Linksaußen Bartosz Kapustka, 60 Kilo von einem Jüngling, das vielleicht überraschendste Talent dieses Turniers. Und, na ja, Arkadiusz Milik natürlich, auch erst 22, von Ajax Amsterdam, über den sie nach Möglichkeit ihr ganzes Spiel laufen lassen.

Die Polen haben gezeigt, dass sie beides können: das Spiel führen und das des Gegners zerstören. Dazu kommen begnadete Angriffsspieler, die zu kontern vermögen wie kaum jemand in diesem Turnier.

Im Achtelfinale dürfte es gegen die Schweiz knapp reichen. Danach wird voraussichtlich der Titelverteidiger Spanien eine Nummer zu groß sein. Aber wurscht jetzt, bis dahin ist es echt noch lange hin. So lange: Polska, Biało czerwony!


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