Was hat das Sterben im Mittelmeer mit uns zu tun?

Politik | PHILIPP BLOM | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Jeden Tag ertrinken Menschen auf ihrem Weg nach Europa im Mittelmeer, jeden Tag werden Menschen an unseren Grenzen abgewiesen, angehalten, interniert oder deportiert. An der syrisch-türkischen Grenze wird auf sie scharf geschossen.

Wir können sie nicht alle aufnehmen, weder unsere Wirtschaft noch unser sozialer Friede würde das verkraften. Die Sicherheit unserer Gesellschaften bedingt eine Begrenzung der Einwanderung. Eine Armee von Armen scheint Europa regelrecht zu belagern, und der Kontinent reagiert darauf, indem er sich rhetorisch und militärisch zur Festung ausbaut.

Aus der Sicht der Europäer gibt es keine Lösung, die uns nicht kompromittiert. Wir wollen ganz legitim in Sicherheit leben, unser Leben gestalten, wir arbeiten hart für unseren Wohlstand. Immer mehr von uns leben selbst in prekären Verhältnissen. Was auf anderen Kontinenten passiert, hätte nichts mit uns zu tun -wenn da nur nicht die Tücken der Geschichte und der Globalisierung wären, die uns alle zu Komplizen


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