Heidi List Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Bücherwurm

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Damit es intellektueller zugeht, empfehle ich "10.000 Jahre Sex" von Nansen &Piccard. Das Buch verspricht Spaß. Man erfährt von dem ersten Porno aus dem Jahr 1150 v. Chr., natürlich von den alten Ägyptern. Auf dem Papier sind unter anderem kleinwüchsige, glatzköpfige Männer mit riesigen, erigierten Penissen abgebildet, die Frauen im Stehen penetrieren oder ihnen Amphoren in die Vagina schieben. Was man halt so will. Auf einem Bild flüstert eine Frau: "Komm schon, stell dich hinter mich. Ich bereite dir Vergnügen, solange dein Phallus bei mir ist."

Das ist der erste und letzte Pornosprech weltweit mit Haupt-und Nebensätzen. Man liest von der ersten Transgenderpionierin aus dem späten 18. Jahrhundert, die sich zum Mann erklärte, sogar als Söldner arbeitete und verheiratet war. Sexuell ging sie mit einem anscheinend recht gefühlsechten Lederpenis zu Werke. Bis sie aufflog, dann wurde es grausig. Der erste Sexshop der Welt, gegründet 1962, war der von Beate Uhse und hieß "Fachgeschäft für Ehehygiene". Das klang noch leicht sperrig, jetzt im Vergleich zu "Dildoking" zum Beispiel. Super Buch.


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