Die Macht der Quote

Zehntausende Österreicher wetten auf die Spiele der Europameisterschaft. Gegen wen spielen sie? Ein Blick in das Geschäft der Buchmacher

Fussball-EM | QUOTENBLATT: LUKAS MATZINGER | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Wer am Tag nach der Niederlage des österreichischen Nationalteams gegen Ungarn durch die tipp3-Büros am Rennweg ging, hätte meinen können, die Männer hier hätten kürzlich einen Freund verloren. Die Augen waren leer, niemand lachte, alle gingen gebückt, wie im Kater nach einem Rausch.

Dabei hätten die Buchmacher eigentlich fröhlich sein können. Tausende Österreicher hatten in euphorischen Anflügen von Patriotismus auf einen Sieg ihrer Mannschaft gesetzt, bevor sie zum Public Viewing oder ins Wirtshaus gingen, um das erste Spiel bejubeln zu können. Zwei Stunden später waren sie enttäuscht, ungläubig, böse. Österreich hat 0:2 verloren. Ihre Wetteinsätze sind sie los. Die sind jetzt bei tipp3.

"Wirtschaftlich gesehen war der gestrige Tag ein Gewinn", sagt das Vorstandsmitglied von tipp3, Georg Weber. Wegen der vielen Einsätze auf Österreich hätte die Buchmacher ein Sieg richtig viel Geld gekostet. Doch fallen Weber drei Gründe ein, sich trotzdem nicht über die Niederlage


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