Film Neu im Kino

Der Große und sein Langfinger: "Bastille Day"

VANESSA SCHARRERAb Fr in den Kinos (OF im Artis und Haydn) | Lexikon: Film | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Paris, die Stadt der Liebe, des Rotweins und des guten Geschmacks. Wenn in James Watkins Actionthriller "Bastille Day" zwei Amerikaner als dynamisches Duo die französische Hauptstadt unsicher machen, dürfen Frankreichklischees und schöne Stadtansichten nicht fehlen. Der eine des Gespanns, CIA Agent Sean Briar (Idris Elba), bringt es im Verhör mit Michael Mason (Richard Madden) auf den Punkt. Briar: "Bist du verliebt oder Schriftsteller?" Mason: "Nein" Briar: "Was machst du dann in Paris?"

Mason ist Taschendieb, hat keinen wirklichen Grund, in Paris zu sein, und auch sonst keinen Plan, dafür beherrscht er sein Handwerk meisterlich. Briar hingegen, ist die personifizierte thoughness; er wurde auf Mason angesetzt, weil dieser in einen Bombenanschlag verwickelt war. Eigentlich ist Mason unschuldig, er hat lediglich eine Tasche gestohlen, in der zufällig eine Bombe war, die ins Parteizentrum der rechtspopulistischen Nationalen gehen sollte. Ein bloßer Zufall also, dass Mason nun als Terrorist verdächtigt wird, doch dadurch ist er gezwungen, mit Briar zusammenzuarbeiten, um seine Unschuld zu beweisen.

Die Story nimmt einige absurde Wendungen, bis der Ursprung der Verschwörung in den obersten Reihen der französischen Regierung zu finden ist. Was der Film an Realismus durch seine Story einbüßt, macht er in seinen Actionszenen jedoch wieder gut. "Bastille Day" wartet mit jeder Menge Schießereien und Verfolgungsjagden auf, die ganz ohne nervige CGI-Effekte auskommen und stattdessen viel Handkamera zeigen. Ein seichter Film, dem man durchaus Anspruch abgewinnen kann, etwa was die moralische Zweideutigkeit der Figuren betrifft. Briar wendet bei seinen Ermittlungen oftmals unlautere Methoden an, das fordert die eigene Sympathie heraus.


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