Sport Glosse

Eine Reise in den Senf und das Rätsel von David Alaba


Johann Skocek
22.06.2016

Der Hannes und ich sitzen in einem Pub in Dijon, wo sie den Senf erfunden haben. Erste Reihe vor einer Beamer-Leinwand. Portugal -Österreich. 430 Engländer mit 640 Guinness in den Händen schreien, dass das Salz von den Pommes fällt, als Ronaldo den Elfer verschießt. Keiner hier mag Ronaldo. Keiner der vazierenden Engländer, Waliser, Iren, Tschechen, Slowaken, Kroaten. Dazu deutsche Campingbuspiloten, die mit der Frau einen Deal gemacht haben: Okay, mit Plastikwigwam durch Frankreich, aber ich hie und da Fußballtrinken.

Franzosen sind auch im Pub. Sie spielen mit dem Handy, flirten, reden, essen, trinken. Euro? "Heute schauen wir hier nur Rugby", hat uns einer vor Spanien -Türkei (3:0) in Annonay gesagt. Da er wie einer von denen ausgeschaut hat, haben wir das Etablissement gewechselt.

So viele Sympathisanten wie im Match gegen Ronaldo hat Österreich noch nie gehabt und wird es auch nie wieder haben. Als Alaba ausgetauscht wird, herrscht einen Augenblick Stille. Also nicht echt Stille,

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