Wenn die Liebe die Augen aufschlägt

Mit Burt Bacharach gastiert der vielleicht größte Songkomponist des 20. Jahrhunderts beim Jazzfest Wien

Feuilleton | Liebeserklärung: Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Das kleine Haus unter Bäumen am See/Vom Dach steigt Rauch/Fehlte er/Wie trostlos dann wären/Haus, Bäume und See."

Als Bertolt Brecht sein bekanntes Gedicht "Der Rauch" verfasste, war sein kongenialer musikalischer Kompagnon Kurt Weill bereits drei Jahre tot. Ohnedies lag die Zusammenarbeit der beiden Jahrzehnte zurück, und das knappe Poem ist als Grundlage für einen Song ohnedies kaum geeignet.

Aber so, als wäre etwas unerledigt geblieben, machte sich ein anderes geniales Paar daran, die im Bild des bewohnten Hauses gebannte Fusion von Zivilisationsfrohsinn und Liebesmelancholie ins Songformat zu bringen - im Übrigen 1964, also just jenem Jahr, in dem Brechts "Buckower Elegien", denen das Gedicht entstammt, erstmals gesammelt erschienen.

Der Kontext ist freilich ein gänzlich anderer: Für "A House Is Not a Home", einen etwas rührseligen Film über Leben und Karriere der legendären Puffmutter Polly Adler (hier verkörpert von Shelley Winters), sollte der damals 36-jährige Komponist


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