TV-Kolumne

Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Einige halten "Breaking Bad" für die beste TV-Serie aller Zeiten. Sie haben noch nicht "Better Call Saul", das Prequel zur Geschichte des teuflischen Chemielehrers Walter White, gesehen. Protagonist ist der Anwalt James McGill, der in "Breaking Bad" Geld waschen wird. Hier ist er ein schmieriger Winkeladvokat, während ihn "Better Call Saul" als sympathischen Loser darstellt, der unter dem Erfolgsdruck seines Bruders leidet.

Das Drama von Chuck und Jimmy ist ein Meisterwerk psychologischen Erzählens. Jimmy versucht seinem unter Elektrosmog leidenden Bruder zu helfen und wird von diesem als juristische Niete verachtet. Niemals wird Chuck seinem jüngeren Bruder abkaufen, dass er seine Fälle mit lauteren Mitteln gewonnen hat. Es geht um den Konflikt zwischen Recht und Gerechtigkeit. Chuck ist ein Monument moralischer Integrität, die ohne Herz ist. Niemand kann andererseits seine Gesetzesbrüche so berührend erklären wie Jimmy, der seine Kunden unter den Bewohnern von Seniorenheimen rekrutiert. "Better Call Saul" ist Licht und Dunkel, in die Grautöne des Lebens übersetzt.


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