Die schärfste Casting-Show der Saison

ÖVP und SPÖ rittern um den neuen ORF-General. Zeigt die Koalition bei der Wahl am 9. August neuen Stil?

Medien | Bericht: Barbara Tóth | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Zwei Männer, zwei Parteien, ein Chefsessel und knapp ein Monat Zeit, diesen zu bekommen. Wäre der ORF ein Privatsender, ließe sich aus diesem Skript eine mehr als spannende Casting-Show machen. Aber weil der ORF ein öffentlich-rechtlicher Sender ist, wird sich das Werben und Tauziehen um den Job des neuen ORF-Generaldirektors eher abseits der Öffentlichkeit abspielen.

Es ist eine Wahl mit hohem Symbolwert für den ORF und erst recht für die große Koalition. Mit dem ÖVP-nahen ORF-Finanzdirektor Richard Grasl und dem SPÖ-nahen Generaldirektor Alexander Wrabetz, der schon zwei Funktionsperioden hinter sich hat und sich als erster ORF-Chef der Geschichte um eine dritte bewirbt, stehen zwei offensichtlich fähige Manager zur Wahl. Für die Koalition unter ihrem neuen Bundeskanzler Christian Kern ist dies die zweite Belastungsprobe binnen weniger Wochen.

Denn die Wahl des ORF-Chefs wird im ORF-Stiftungsrat entschieden, der von 35 zumeist parteipolitischen Vertretern dominiert wird. Es


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