Gräfin Gnadenlos

Mit viel Gespür für Show und gute Mitarbeiter machte die Kulturmanagerin Agnes Husslein-Arco das Belvedere zum erfolgreichsten Museum des Landes. Nun könnte sie über ihre Herrschsucht stolpern

Feuilleton | Porträt: Matthias Dusini | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Anfang des Jahres hing der Himmel voller Geigen. Da präsentierte Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco, 62, das beste Geschäftsergebnis in der Geschichte der Österreichischen Galerie. Über 1,2 Millionen Besucher kamen 2015 in das Stammhaus und seine Filialen, mehr als die Hälfte der Ausgaben konnten aus eigener Kraft erwirtschaftet werden. Die Kritiker lobten das Ausstellungsprogramm. Einer Vertragsverlängerung stand nichts im Wege.

Doch die inoffiziell bereits getroffene Entscheidung des neuen Kulturministers Thomas Drozda wurde ausgesetzt. Dem Ministerium waren Dokumente vorgelegt worden, die die Kulturmanagerin in ein schlechtes Licht tauchen.

Husslein-Arco habe Mitarbeiter für ihr Privatleben eingesetzt, lautet die Kritik (siehe auch Falter 25/16). Belvedere-Techniker sollen in ihren Wohnungen Reparaturen gemacht haben und für Transporte eingesetzt worden sein. Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten, wäre das ein Verstoß gegen die Compliance-Richtlinien. Dieses Regelwerk


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