Real Deal Festival Tipps

Die Zukunft der Kunst auf einem Fleck

Lexikon | MP | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

God's Entertainment sind immer für Überraschungen gut. Gerade erst hat die österreichische Performancegruppe das Donaufestival in Krems prägend mitgestaltet, jetzt zieht sie ihr eigenes, nagelneues Festival aus dem Hut: Real Deal - Behördlich genehmigtes Festival für falsche Zustellungen bringt Musik, Kunst und Performance, großteils an einem neuen Spielort nahe dem Hauptbahnhof, der als "Neues Hafengelände" bezeichnet wird.

Leicht ist es nicht, sich im Programm zurechtzufinden, schon allein, weil dieses auch durchaus unplanbare Aktionen irgendwo in Wien vorsieht. Am Abschlusswochenende gibt es sonst aber noch ein paar performative Führungen durch God's Entertainments eigene Installation "Entartet 2018", in der es um Kritik, Zensur und die Zukunft der Kunst geht (30.6. bis 2.7., ab 19 Uhr). Die Führungen dauern eine gute halbe Stunde, Anmeldung wird erbeten.

Der amerikanische Queer-Performer Keith Hennessy kommt mit seinem Solo "Crotch"(30.6., 22 Uhr und 1.7., 21 Uhr), das zwischen Schamanismus und Lecture-Performance in memoriam Joseph Beuys angesiedelt ist. Die deutsche Gruppe Showcase Beat Le Mot, die im Oktober mit ihrem witzigen Zeitreisestück "Nazisupermenschen sind euch allen überlegen" im Brut gastieren wird, lässt sich in der "Entartet"-Installation vom Publikum aus Paintballgewehren beschießen -Titel: "Jäger, die unkontrollierte Freischütz Edition" (30.6. bis 2.7., ab 19 Uhr, wieder: bitte anmelden).

Schließlich reflektiert die Künstlerin und Aktivistin Katy Baird in "Workshy" über Geschlecht und Klasse, vor allem aber über die Arbeit und den Unwillen zu selbiger (1.7., 23.15 Uhr und 2.7., 22.15 Uhr). Der richtige Anlass, sich noch etwas Performance reinzuziehen und sich dann in den Sommer zu verabschieden.

Neues Hafengelände, bis 2.7. www.gods-entertainment.org


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige