Diesmal kein Schwein gehabt

Der politische Spieltrieb von Englands Premier David Cameron hat das Vereinigte Königreich zerrissen und Europa in eine existenzielle Krise gestürzt. Ein Lehrstück über Populismus

Politik | Essay: Brian Melican | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016


Illustration: Daniel Jokesch

Illustration: Daniel Jokesch

Das einzig Schöne an einem Brexit wäre, Cameron mal verlieren zu sehen.“ An Galgenhumor fehlte es den Gegnern des EU-Austritts bis zuletzt nicht. David Cameron hat als Premierminister und als Parteivorsitzender der Conservative Party oft alles auf eine Karte gesetzt – in der Volksabstimmung zur schottischen Unabhängigkeit, in den Verhandlungen mit der EU vor dem Referendum – und fünf vor zwölf gerade doch noch Schwein gehabt.

Über David Cameron kursiert das Gerücht, er habe als Student in der Oxforder Burschenschaft Bullingdon (Aufnahmebedingung: millionenschwerer Vater) im Rahmen eines Initiationsrituals seinen Schwanz ins Maul einer toten Sau gesteckt. Dass man so einem beim Absturz gern zuschaut, versteht sich von selbst.


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