Landrand Ruralismus

Verschwundene, Kollabierte, Tote

Aber dann haben wir wirklich Feuer unterm Hintern, macht Gerlinde Pölsler sich Sorgen

Landleben | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Das Dach vom Auto gefräst und die eingeklemmte Lenkerin rausgeholt. Keller ausgepumpt. Den Brand einer Hütte gelöscht und damit ein Wald-Inferno verhindert. Mit Bergrettern einen Wanderer gesucht, der nicht zur Hütte zurückgekommen ist. Einen kollabierten Kranführer runtergeholt. 33 Leute aus einem verqualmten Hochhaus gerettet. Biber, Fledermäuse, Falken geborgen. Einen Wasserschaden behoben und dabei einen Toten entdeckt.

All das und nicht weniger hatten die heimischen Feuerwehrler allein in der vergangenen Woche zu tun. Dass sich so viele für ja nicht ungefährliche Einsätze finden - unbezahlterweise -, ist eigentlich ein Wunder. Doch "die Rekrutierung der Jugend ist Schwerstarbeit geworden", sagte Dietmar Fahrafellner, Landesfeuerwehrkommandant von Niederösterreich, kürzlich bei einer Enquete über die Zukunft des Ehrenamts. Besonders Kommandanten finden sich immer schwerer: Schon die Ausbildung dauert lang, die Verantwortung ist außerordentlich groß. Wunder ist das alles keines, soll doch jeder am besten rund um die Uhr für den Job da sein - wenn er einen hat. Wer keinen hat, hat sowieso andere Sorgen.


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