Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wonach Führungskräfte in der Stadt Wien beurteilt werden

Politik | Josef Redl | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Es gibt zahlreiche Kriterien, an denen man den Erfolg oder Misserfolg von Managern messen kann. Meistens geht es dabei um betriebswirtschaftliche Faktoren. In der Stadt Wien geht man einen Schritt weiter. Auch soziale Kompetenz und Führungsstil sollen in die Beurteilung von Führungskräften einfließen.

Das ergibt sich aus "Beilage 2 zum Beurteilungs-und Förderungsbogen" der Magistratsdirektion der Stadt Wien, Gruppe Personalmanagement. Die als "vertraulich" gekennzeichnete Vorlage listet "zusätzliche Kriterien für Managementfähigkeiten" auf. Beurteilt werden unter anderem Führungsstil (z.B. "autoritär","Respekt einflößend" oder "hektisch") und geistige Beweglichkeit ("scharfsinnig", "schwerfällig", "flexibel). Der letzte Punkt lautet "Identifikation mit den Gesamtinteressen der Stadt Wien".

Bloß: Wer definiert diese? "Das würden wir auch gerne wissen. Vielleicht muss man bei der zweiten Evaluierung die 'Arbeiter von Wien' auswendig singen können", spöttelt Beate Meinl-Reisinger. Die Neos haben eine Anfrage im Gemeinderat eingebracht, um zu erfahren, wie das Gesamtinteresse bemessen wird. "Hier geht es nicht darum, ob jemand politisch opportun ist", sagt Stefan Leeb von der Magistratsdirektion. Mit Gesamtinteresse sei laut Leeb gemeint, dass Entscheidungen, die alle Dienststellen betreffen - zum Beispiel Sparmaßnahmen -, von allen auch gleich mitgetragen werden.


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