In luftigen Lichtspielhäusern

Eine Vielzahl spannender Open-Air-Kinos bespielt den Sommer über erneut die Stadt

Lexikon | Rundschau: Sabina Zeithammer | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016


High-Rise (Foto: THIMFILM)

High-Rise (Foto: THIMFILM)

Im Sommer lassen auch die Kinoleinwände ihre Hüllen fallen und verweilen unter freiem Himmel. Dabei setzen die Wiener Open-Air-Kinos überwiegend auf Bekanntes und Bewährtes, Blockbuster und Klassiker. Es gibt jedoch auch Raritäten und Novitäten zu entdecken.

Kino unter Sternen

Karlsplatz, 1040 Wien, 1. bis 23.7. (Eintritt frei)

Das Sommerkino am Karlsplatz hat sich dem österreichischen Film verschrieben. Zur Eröffnung ist Joerg Burgers Doku „Un solo colore“ über die aktuelle Flüchtlingskrise zu sehen, es folgen Arbeiten von Nikolaus Geyrhalter („7915 km“), Michael Glawogger („Das Vaterspiel“), Kurdwin Ayub („Paradies! Paradies!“), Tizza Covi und Rainer Frimmel („Der Glanz des Tages“), Jessica Hausner („Lovely Rita“) oder Wolfgang Murnberger („Komm, süßer Tod“). Die Retrospektive der 20. Ausgabe von Kino unter Sternen steht im Zeichen des Stummfilmklassikers „Menschen am Sonntag“.

dotdotdot

Laudongasse 15–17, 1080 Wien, 5.7. bis 26.8.

Liebhaber von Kurzfilmprogrammen finden im Freiluftkino im Volkskundemuseum ein sommerliches Zuhause. Unter dem Motto „Dance like nobody’s watching“ steht der Tanz thematisch im Mittelpunkt. Mit „(Re)Collections“, „I’m still here“ und „You look like me“ gibt es aber auch Programme zum Thema Familie, Heimat, Vergangenheit, Altern und dem Motiv des Doppelgängers. Weiters umfasst das Festival sieben Kurzfilmprogramme für Kinder ab vier Jahren.

Frame[o]ut – Digital Summer Screenings

Museumsplatz 1, 1070 Wien, 8.7. bis 27.8. (Eintritt frei)

Wer schon alles gesehen hat, ist beim Open-Air-Kino im Museumsquartier gut aufgehoben, das großteils unbekannte Spiel- und Dokumentarfilme aus Israel, Großbritannien, Tschechien, Peru, der Schweiz, Russland, Frankreich, dem Kosovo, der Ukraine, Indien, Serbien, Japan und Österreich zeigt, begleitet von einer großen Anzahl an Kurzfilmen. Ein Schwerpunkt gilt den 1960ern und 1970ern (Tribute to Lindsay Anderson und Czech New Wave), sonst stammen fast alle Filme aus den Jahren 2015 und 2016.

Kino wie noch nie

Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien, bis 28.8.

Balsamiert man sich für den Besuch am Augartenspitz mit ausreichend Gelsenschutzmittel ein, ist das Filmschauen im nächtlichen Garten eine Freude. Zu sehen sind Werke aus den 1920er-Jahren bis heute, darunter „The Gold Rush“, „Psycho“, „Einer flog über das Kuckucksnest“, „Das Piano“ und „The Blair Witch Project“. Erfolgreiches und Interessantes aus der jüngeren Vergangenheit („Die Wolken von Sils Maria“, „Mad Max“, der großartige „Anomalisa“ oder „Ich seh Ich seh“ aus Österreich) wird ergänzt durch vielversprechende brandneue Filme: „High-Rise“, „Wild“, „Kinders“ oder „Die Geträumten“.

Kino am Dach

Urban-Loritz-Platz 1, 1070 Wien, bis 31.8.

Auf dem Dach der Hauptbibliothek wird ein bunt zusammengewürfeltes Programm gezeigt. Neben einem Jim-Jarmusch-Schwerpunkt (darunter „Only Lovers Left Alive“ und „Dead Man“) und Klassikern („Wie ein wilder Stier“, „Terminator“, „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Dirty Dancing“) sind viele Filme des Jahres 2015 dabei: vom Blockbuster „Star Wars“ bis zu Vielschichtigerem wie „Carol“, „Suffragette“ oder „A Perfect Day“. Hochaktuell ist die Doku „Lampedusa im Winter“, so spannend wie verstörend die Muehl-Kommunen-Aufarbeitung „Meine keine Familie“. In Erinnerung an Prince läuft „Purple Rain“.

Kino im Schloss

Otmar-Brix-Gasse 1, 1011 Wien, bis 1.9.

Das Mainstream-Sommerkino mit US-Blockbustern und Brachialkomödien im Fokus. Im Schloss Neugebäude haben Captain America, James Bond, Derek Zoolander, Rocky Balboa, Katniss Everdeen und Tris Prior ihre Auftritte, mutieren die X-Men, kloppen sich Batman und Superman, beamt die Crew der Enterprise und wird Leo vom Bären gebissen. Dazwischen preisgekrönte Filme, die länger im Gedächtnis bleiben: Das beeindruckend gespielte, an den Fall Natascha Kampusch angelehnte Drama „Raum“, „The Danish Girl“, „Spotlight“, „Mustang“ oder „Trumbo“.

Volxkino

In ganz Wien, bis 16.9. (Eintritt frei)

Das Freiluft-Wanderkino bespielt bei freiem Eintritt Orte in der ganzen Stadt. Auf dem Programm stehen weniger bekannte, großteils europäische sowie US-amerikanische Werke, darunter viele Feel-good-Movies und kleine (Tragi)Komödien. Sehenswertes aus jüngster Zeit: die Dokus „Last Shelter“ und „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“, Jafar Panahis „Taxi Teheran“, der liebenswerte Indie-Film „Ich und Earl und das Mädchen“ oder das österreichische Drama „Einer von uns“.


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