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Open Air und Oper: Patti Smith und Cyndi Lauper

Lexikon | GS | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Als Ulknudel mit feministischen Zwischentönen zählte Cyndi Lauper zu den Pop-Superstars der 1980er, mit der Außenseiterhymne "True Colors" schuf sie eine der schönsten Balladen dieser Dekade und durch eine Miles-Davis-Version ihres Hits "Time After Time" wurde sie dann auch Jazz-Hörern ein Begriff. Nachdem sie längere Zeit eine ruhigere Kugel geschoben, Theater gespielt und sich vor allem einem erwachsenen Publikum angeboten hatte, kehrte die einstige Madonna-Konkurrentin in den Nullerjahren noch einmal zurück in die Disco. Wirklich wohl hat sich Cyndi Lauper dort scheinbar nicht gefühlt, wendete sie sich doch bald darauf bluesigen Welten zu.

Für die Musik zum Broadway-Musical "Kinky Boots" erhielt sie 2013 einen Grammy, kürzlich hat die einstige Pippi Langstrumpf des Pop das Country-Album "Detour" mit Genre-Klassikern aus den 1940er-bis 1960er-Jahren veröffentlicht. Für alte Hits wie "Girls Just Want To Have Fun" und "She Bop" war natürlich trotz ihres Hangs zur Abweichung von ausgetretenen Pop-Pfaden Platz, als die heute 63-Jährige 2011 ein mitreißendes Gastspiel beim Jazz Fest in der Staatsoper gab, das sich nun wiederholt.

Spezielle Auftritte von Patti Smith hat Wien schon einige erlebt. In den vergangenen Jahren wären da etwa eine Mischung aus Lesung, Erzählung und Solo-Konzert im intimen Rahmen eines Innenstadtkinos zu nennen, Smith als Teil einer Christoph-Schlingensief-Aktion, bei der sie auf einer Burgtheater-Stiege für eine Handvoll Leute sang, oder das furiose letztjährige Konzert in der Open-Air-Arena zum 40. Geburtstag ihres Debüts "Horses". Nun kommt die 69-jährige New Yorker Hippie-Punk-Poetin erneut nach Erdberg, diesmal zur Nacht gegen Armut der Volkshilfe.

Staatsoper, So 19.30 (Cyndi Lauper) Arena, Open Air, Mo 19.30 (Patti Smith)


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