"Die Horrorbilder haben wir eh"

Mit seinem Dokumentarfilm "Un solo colore" gewinnt Joerg Burger der sogenannten Flüchtlingskrise auch optimistische Bilder und Geschichten ab

Feuilleton | Interview: Michael Omasta | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Auf den ersten Blick sieht Camini wie die meisten Dörfer in der Provinz Reggio di Calabria aus. Die Straßen sind menschenleer, viele Häuser verfallen, ihre Besitzer sind vor Jahren nach Frankreich oder nach Amerika emigriert. Doch zugleich ist Camini auch ganz anders als der Rest des Landes: Während die "Flüchtlingswelle" 2015 die Solidarität der Europäischen Union fortgeschwemmt hat, sehen Giusi und Rosario und ihre private Hilfsinitiative "Un solo colore" die Aufnahme von Flüchtlingen als Chance für ihre Heimatgemeinde. Camini schafft das!

In seinem gleichnamigen Film erkundet Joerg Burger, ein österreichischer Kameramann und Dokumentarfilmer mit viel Sinn für entlegene Geschichten, die lokale Willkommenskultur. Ortsbelebung und humanitäre Hilfe bilden in dieser 200-Seelen-Gemeinde, die Zuflucht für 70 bis 80 Flüchtlinge bietet, keinen Widerspruch. Im Gegenteil, am Best-Practice-Modell von Camini entwickelt "Un solo colore" einige Fragen zur europäischen Flüchtlingspolitik,


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