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Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Donnerstags und freitags ist das Stiegenhaus mit Zetteln zugeklebt: "Gewinnabholung Salzgries 1, Eingang um die Ecke", dazu ein Pfeil, der um die Ecke zeigt und auf ein Wuchtelbräu deutet. Übersetzt heißt das: Wer dürstet und Wuchtelwetten-Bier gewann, komme nicht ins Falter-Büro, wo es staubt wie in der Wüste Gobi, sondern begebe sich um die Ecke in die Oase des Glücks, in der sich die Kisten türmen: in den Falter-Keller. Für Menschen, die Bier gewonnen, aber die Orientierung verloren haben, hat Marketing-Chefin Barbara Prem eine aufblasbare Werbesäule vor dem dunklen Kellerloch postiert. Darauf steht: "Hol mich hier raus."

Das ist der Werbespruch des Falter, mit dem auch unsere neue, ziemlich geile Kampagne namens "Inferno" endet, die vergangene Woche in Cannes mit vier goldenen und zwei silbernen Löwen ausgezeichnet wurde. Wir könnten uns nun selbst loben. Tun wir aber nicht! Marketing-Chefin Prem sagt, der Erfolg gehöre allein den "Helden der Arbeit" aus den Kreativagenturen Jung von Matt, Salon Alpin, Wild und Fifth Music, die dieses "Kunstwerk" erschufen. Der Falter sei lediglich der coole Kunde gewesen, der die Kreativen werken ließ, ohne sich einzumischen. Wenn Sie sehen wollen, was dabei herausgekommen ist, können Sie das online (http://bit.ly/falter_spot) oder etwa auf verschiedenen Festivals tun. Es geht um die Hölle, um Bösewichte und um Journalisten, die die Geknechteten befreien und aus dem dunklen Loch holen.

Es verhält sich also genauso wie Wuchtelbräu zu Wuchtelbräuabholer.


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