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Politik | Florian Baranyi | aus FALTER 26/16 vom 29.06.2016

Vom Sog der politischen Sprache

Eine Gewissheit, die Dichter, Denker und Werbefachleute von jeher teilen, ist folgende: Sprache manipuliert uns. Wer nicht peinlich genau an seinen Begriffen feilt, läuft Gefahr, im Denken von Formulierungen gelenkt zu werden, die der eigenen Meinung nicht gerecht werden.

Die in Berkeley lehrende Kognitionswissenschaftlerin Elisabeth Wehling findet für diese Gewissheit neue Erklärungen. Mit klarer Diktion zeigt sie auf, wie "Frames" unser Denken beherrschen. Diese Deutungsrahmen werden sprachlich aktiviert und entfalten eine unbewusste Eigendynamik. Wehling erklärt anhand psychologischer Experimente die Krux an Frames. Sie heben jeweils einen Aspekt hervor und blenden andere aus. Die Expertin für politische Kommunikation erteilt der Vorstellung, wir handelten faktenbezogen, eine grundsätzliche Abfuhr. "Nicht Fakten, sondern Frames sind die Grundlage unserer alltäglichen sozialen, ökonomischen und politischen Entscheidungen."

Anschließend analysiert


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