Stadtrand Urbanismus

Der (!) Pollen - ein Ärgernis für alle

Stadtleben | Lukas Matzinger | aus FALTER 27/16 vom 06.07.2016

Es ist Pollensaison, die Zeit, in der man den viel zu vielen bedauernswert niesenden und heulenden Sitznachbarn in Büroräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln am liebsten vorsorglich eine Rolle Klopapier auf den Schädel montieren möchte, um ihr Leid mindern zu können.

Denn leider, falls sich die wohlbehüteten Erstsemestrigen gedacht hatten, dass sie ihre diversen Blütenstauballergien weniger betreffen werden, sobald sie nach Wien gezogen sind, haben die sich geschnitten. Weil es hier wärmer ist, auch in den Nächten, und der Wind den Schaß auch noch von außerhalb reinbringt, ist die Pollenbelastung für Allergiker in Wien in Wirklichkeit höher als in den meisten anderen Teilen des Landes.

Das nervt auch alle anderen, wenn sich die Geplagten selbst im ärgsten Rotzanfall nicht zu schade sind, ausführlich zu erklären, dass es der Pollen heißt, und nicht die Pollen, weil das ein Sammelwort ist, so wie der Staub, der aus einzelnen Stauboder halt Pollenkörnern besteht. Können sich nicht mal aus eigener Kraft gegen die kleinsten Wallungen der Natur wehren, aber wollen groß klugscheißen, wenn's um Grammatik geht.


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