Nüchtern betrachtet

Des Weitermachens will kein Ende sein

Feuilleton | aus FALTER 27/16 vom 06.07.2016

Wenn's läuft, dann läuft's, und dann lässt man's eben laufen. Man muss sich das natürlich in breitestem carinthischen Pneuma artikuliert denken, aber es widerstrebt mir, das phonetisch zu notieren. Wie das Bonmot auf Spanisch geht, weiß ich nicht, aber Picasso hätte es sicher gewusst, denn gerade Picasso wollte gar nicht mehr aufhören, Tauberln, Minotaurüsser und nackichte Weiber zu zeichnen. Immerhin hat er dergleichen auch gerne auf Servietten gekritzelt, um für die grad etwas klammen Herrschaften am Nebentisch die Rechnung zu begleichen. Er hätte das natürlich auch mit Kreditkarte erledigen können, aber das hätte der Geste gewiss einiges an Grandezza gekostet und wäre vielleicht sogar etwas großkotzig rübergekommen.

Warum fällt es gerade Menschen, die so erfolgreich sind, dass sie es gar nicht mehr nötig hätten, weiterhin erfolgreich sein zu müssen, so schwer aufzuhören? Ich habe mich das gefragt, als ich vergangene Woche bei Burt Bacharach in der Staatsoper war.


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