Erscheinungen Personen, Trends, Kampagnen

Das da unten ist die Zukunft der Werbung

Medien | Erlebnisbericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 27/16 vom 06.07.2016

Als die Brüder Lumière 1896 in Paris einen Stummfilm vorführten, der einen einfahrenden Zug zeigte, flüchteten angeblich Zuschauer, weil sie dachten, der Zug würde sie überrollen. Mittlerweile hat sich die Menschheit an Filme gewöhnt. An Virtual Reality (VR) wird sie sich noch gewöhnen müssen.

Greenpeace Österreich stellte nun seine erste VR-Kampagne vor. Die Umweltorganisation will damit auf ein Gebiet im brasilianischen Regenwald aufmerksam machen, das ein geplanter Staudammbau zerstören würde. Dieser könnte ganze Pflanzen-und Tierarten ausrotten und würde die Existenz der indigenen Munduruku vernichten, befürchtet die NGO und glaubt, der Grazer Technologiekonzern Andritz könnte am Bau mitwirken.

Eigentlich wird die VR-Technik bei Computerspielen eingesetzt, aber welche Riesenmöglichkeiten sie für die Werbung entfaltet, beweist die Greenpeace-Kampagne. Man setzt sich die VR-Brille auf und fliegt über den Urwald. Legt man den Kopf in den Nacken, sieht man den Himmel, senkt man ihn, sieht man den Regenwald darunter, dreht man ihn zur Seite oder zurück, sieht man, was rund um einen passiert. Irgendwann landet man im Urwald, man sieht ihn nicht nur, man ist dort. Munduruku tanzen um einen herum. Alles wirkt so nah, so echt, dass man mittanzen will.

Der Film wurde mit sechs GoPro-Kameras gedreht, die in alle Richtungen filmten, und dann zu einem Panorama-Erlebnis zusammengestückelt. Er dauert nur vier Minuten, aber das reicht, um zu ahnen: Das ist die Zukunft der Werbung. Im Sommer tourt Greenpeace mit dem Film durch Österreich (siehe oben).

Schauen Sie sich das an!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige