Schmerzende Komik, befreiender Zorn

Fulminantes Generationendrama: Sandra Hüller und Peter Simonischek spielen Tochter und Vater in Maren Ades neuem Film "Toni Erdmann"

Feuilleton | INTERVIEW: JULIA PÜHRINGER | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Sandra Hüller, 38, schafft es nicht, "normale" Figuren zu spielen. Schon ihr erster Kinofilm, "Requiem" (2006) von Hans-Christian Schmied, in dem sie als Epileptikerin einem letalen Exorzismus unterzogen wird, prädestinierte sie für Außergewöhnliches. Eine "kolossal seltsame Schauspielerin" hat der Spiegel sie einmal genannt, doch ihre verhuschte Souveränität, die sie in Dramen ebenso zur Geltung bringt wie in Komödien, ist damit nur unzureichend beschrieben. Auf der Bühne sah man sie zuletzt an den Münchner Kammerspielen, u.a. in der Uraufführung von Elfriede Jelineks "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall". In Österreich kennt man Hüller auch aus Jessica Hausners Kleist-Film "Amour Fou".

Falter: Eine stehende Wendung bei Interviews mit Filmstars lautet: "Schon als ich das Drehbuch gelesen habe, wusste ich, das ist etwas ganz Besonderes." War das hier ausnahmsweise wirklich der Fall? Sandra Hüller: Ja, ich habe mich köstlich amüsiert. Ich wusste nur nicht genau, ob ich das


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