DER COUP

Drei heroinsüchtige Einbrecher sollen im vergangenen Jahr 5600 Wiener Kellerabteile ausgeräumt haben. Rekonstruktion eines kriminalistischen Ausnahmefalls

Stadtleben | PROTOKOLL: LUKAS MATZINGER UND BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016


Illustration: P.M. Hoffmann

Illustration: P.M. Hoffmann

Die Geschichte beginnt, als Selma K. an einem Nachmittag im Mai zum Friseur geht. Waschen, Schneiden, Föhnen, 27 Euro. Mit dabei ihre drei Kinder, die, während das blondgefärbte Haar der Mutter auf Schulterlänge gestutzt wurde, durchs Grätzel strawanzten. Der Secondhand-Shop nebenan hat schöne Fahrräder ausgestellt, 38 Stück, 79 Euro pro Kinderfahrrad. „Das geht, vielleicht kauft uns Mama eines.“

Die beiden Fahrräder, die sich Selma K.s Kinder bisher geteilt hatten, waren einen Monat zuvor gestohlen worden. Kellerabteil aufgebrochen, Fahrräder weg, Kinder traurig – wie das in Wien mehrmals täglich passiert. Doch nun standen die Ferien bevor, und was wären die schon ohne Räder? „Bitte, bitte, Mama kauf uns eines.“


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