Gelesen Bücher, kurz besprochen

Ein Ort mit Gedächtnis

Politik | BARBARA TÓTH | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Gibt es "kontaminierte Landschaften", wie es der Schriftsteller Martin Pollack nennt, also Orte, an denen Verbrechen passiert sind und deren Bewohner dadurch nachhaltig belastet sind? Der deutsche Extremismusforscher Oliver Decker von der Universität Leipzig leitet seit 2012 die "Mitte"-Studien, in denen rechtsextreme Einstellungen in Deutschland untersucht werden. Die letzte wurde Ende Juni veröffentlicht und sorgte in Deutschland für eine große Debatte.

Zeitgleich mit der "Mitte"-Studie veröffentlichte Decker mit den Künstlern Frank Berger und Falk Haberkorn eine kleine, leise Studie mit dem Titel "Vom KZ zum Eigenheim. Bilder einer Mustersiedlung". Sie ist ein seltenes, aber vorbildliches Beispiel für das Zusammenspiel von Sozialforschung und Dokumentarfotografie.

In dem schmalen Band geht es um die sachsen-anhaltische Gemeinde Tröglitz, die im Vorjahr durch den Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingswohnheim und den Rücktritt ihres Bürgermeisters in die internationalen


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