Landrand Ruralismus

Bald kann man ihn nur noch riechen

Landleben | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Dass er fast nur hinter Zäunen zu sehen ist, sind die Wörthersee-Bewohner eh schon gewöhnt. Doch ob am Schloss Reifnitz oder bei Flicks in Dellach: Jetzt werden Mauern hochgezogen. Man ahnt dann nur noch: Da muss der See sein. Davon, einfach reinzuspringen, ist sowieso längst nicht mehr die Rede. Die meisten Grundstücke mit Seezugang haben sich Glock & Co geangelt. Bis zu 6000 Euro pro Quadratmeter werden dafür bezahlt, die Apartmentpreise haben sich im letzten Jahrzehnt teils verdreifacht. Rufe nach einem Verkaufsverbot für die letzten öffentlichen Seegrundstücke werden lauter, doch die Politik zögert: Man will die Reichen nicht verprellen, Gemeinden riechen das schnelle Geld.

Dem Breitentourismus schadet das allerdings enorm. Laut einer Gästebefragung locken die Kärntner Seen nicht mehr -einfach weil man zu wenig ans Wasser kommt. So kämpft das von der Natur gesegnete Land um Nächtigungen. Das wichtigste Argument aber: Rund um den Wörthersee leben ja auch Menschen. So richtig, das ganze Jahr über. Dass sie nur noch als Kellnerinnen oder Poolausstatter in die Nähe des Sees kommen, ist ein Skandal.


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