Das gute Spiel

Viele Fans sind enttäuscht von der Europameisterschaft. Die Spiele waren fad, jeder schiebt herum, keiner riskiert. Was wollen wir eigentlich von diesem Sport? Nachdenken mit Fachleuten und Sportfreunden

Fussball-EM | Essay: Lukas Matzinger | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Ein weinender Cristiano Ronaldo hebt die Truhe in den Pariser Nachthimmel. Was für ein verdienter Europameister das ist. Portugal hat dieses Turnier definiert wie keine andere Mannschaft. Sie, die Unbesiegbaren, effizient wie ein Bienenstock, die perfekt auf jeden Gegner eingestellt waren, haben es ohne großen Glanz und Getöse geschafft. Ein Triumph der Beharrlichkeit.

Wirklich schlau wurde man bis zum Schluss nicht aus ihnen. Aus diesem ganzen Turnier nicht. Die Spiele waren von der Gruppenphase an als fad verschrien. Die großen Büropausenaufregerspiele blieben aus, richtig viele Tore sind bis zum Ende nicht gefallen, wirklich riskiert hat auch niemand. Fad, schlecht, Schlafmittel, befand der Boulevard.

Die einen stellen sich mit fünf plus zwei Mann hinten rein und zerstören jegliche Angriffsbemühungen der Gegner, die anderen schieben den Ball minutenlang hin und her und warten darauf, dass sich wo ein Löchlein auftut. Irgendwo dazwischen vermutet der gemeine Fan eigentlich "attraktiven


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