Watchdog

KZ-Überlebende klagen rechtsextreme Aula

Medien | MARLENE LIEBHART | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Eine "Landplage" seien die Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen gewesen, "Kriminelle", die "raubend, plündernd, mordend und schändend" durch das Land gezogen seien, schrieb der Burschenschafter und NS-Apologetiker Fred Duswald im Juli 2015 im rechtsextremen Magazin Aula.

Der Presserat bezeichnete den Artikel als schweren Verstoß gegen den Kodex, Parlamentarier Harald Walser von den Grünen zeigte Duswald und den Aula-Herausgeber bei der Staatsanwaltschaft an.

Doch die stellte das Verfahren vergangenen Dezember ein. Ihre Begründung: Es sei "nachvollziehbar, dass die Freilassung mehrerer Tausend Menschen aus dem Konzentrationslager Mauthausen eine Belästigung für die betroffenen Gebiete Österreichs darstellte".

Neun Holocaust -Überlebende, unter ihnen der Theresienstadt-Überlebende Rudolf Gelbard, brachten jetzt eine zivilrechtliche Klage wegen Ehrenbeleidigung ein.

Obwohl es sich juristisch gesehen um eine sogenannte "Kollektivbeleidigung" handelt, die zivilrechtlich nicht verfolgbar wäre, rechnet sich Anwältin Maria Windhager gute Chancen aus. Denn es gilt zu klären, ob die Gruppe der Betroffenen schon so klein sei, dass die Anschuldigungen Einzelpersonen betreffen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige