Kommentar Umweltpolitik

Die blauen Klimawandelleugner und die grünen Zauderer

Falter & Meinung | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Der Sommer 2015 war der zweitheißeste in Österreich seit Beginn der Messungen im Jahr 1767. Während draußen die Sonne auf das Land knallte, sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im ORF-"Sommergespräch": "Ist der CO -Ausstoß schuld daran, dass wir jetzt zurzeit eine angebliche Erderwärmung haben? Wo viele Wissenschaftler sich bis heute streiten. Wo man nicht einmal fix sagen kann: Gehen wir in Richtung Erderwärmung oder nicht?"

Fakt ist: CO erwärmt die Erde, das wies erstmals Schwedens Nobelpreisträger Svante Arrhenius nach. Im Jahr 1896. Fakt ist: Es gibt eine Erderwärmung, fix. Fakt ist: Der Klimawandel ist menschengemacht. Bei kaum einem Thema ist sich die Wissenschaft so einig wie bei diesem, auch wenn Kohle-und Öllobbys viel Geld investieren, um Zweifel daran zu schüren.

Am Freitag ratifizierte der Nationalrat den historischen Weltklimavertrag, der die Erderwärmung stoppen könnte, wenn die Länder tun, worauf sie sich einigten. Bekommen sie das Klima nicht in den Griff, werden Millionen Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren, um Ressourcen wie Wasser und Lebensmittel kämpfen (Stichwort: Krieg) und sich aus Not in Bewegung setzen (Stichwort: Flüchtlingskrise zum Quadrat).

Österreich war das dritte EU-Land, das den Klimavertrag ratifizierte; darauf darf man stolz sein. Alle Parteien stimmten dafür außer der FPÖ. Sie handelt damit gleich wie andere Rechtspopulisten (etwa Donald Trump in den USA oder die deutsche AfD). Mehr noch als die Haltung der FPÖ zum Klimawandel schockiert, dass sie kaum jemanden empört. Und dass selbst ein grüner Präsidentschaftskandidat die Umwelt nicht zum Wahlkampfthema macht.


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