Kolumne Außenpolitik

Brexit: Wie rechte Demagogen ein Land gegen die Wand fahren

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Wären die Folgen nicht so schwerwiegend, könnte man die Ereignisse nach dem Brexit als skurriles Intrigenspiel betrachten, in dem sich die politische Elite gegenseitig demontiert. So aber bieten sie ein Lehrstück, aus dem man viel über die rechtsextremen Europagegner bei uns lernen kann. Auch sie propagieren Ja/Nein-Volksentscheide als "direkte Demokratie", flirten mit dem Austritt aus der EU und riskieren den Absturz des Landes.

Drei Wochen nach dem britischen Referendum zeigt sich, wie zersetzend solche Plebiszite über komplexe Fragen wirken: Das Vereinigte Königreich droht zu zerbrechen, die Währung ist so tief gefallen wie seit 30 Jahren nicht, das politische System ist gelähmt, die Gesellschaft gespalten. Die Anführer der Brexit-Bewegung, der Star der Konservativen, Boris Johnson, und der exzentrische Rechtsaußen der Unabhängigkeitspartei UKIP, Nigel Farage, haben sich von der Bühne verabschiedet. Dass die Zahlen und Versprechungen, mit denen sie die Wähler geködert haben,


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