Was bleibt? Eine Annäherung an den Mythos Tito

Jože Pirjevecs Tito-Biografie ist akribisch recherchiert. Eine Antwort auf die Faszination, die Tito bis heute ausübt, findet sie nicht

Politik | REZENSION: NORBERT MAPPES-NIEDIEK | aus FALTER 28/16 vom 13.07.2016

Ein 700-Seiten-Wälzer über einen kommunistischen Staats-und Parteichef der Nachkriegszeit bekommt von jedem Verlagsagenten die Prognose, wie Blei in den Regalen zu liegen. Tito war allerdings schon immer ein bisschen anders. Die 40 Euro teure Biografie des slowenisch-italienischen Historikers Jože Pirjevec steht seit ihrem Erscheinen 2011 in jedem slowenischen Bücherschrank und wurde im armen und angeblich streng antijugoslawischen Kroatien unglaubliche 23.000-mal verkauft. Nachdem im Frühjahr die schlauen Montenegriner für nur fünf Euro eine Taschenbuchausgabe herausgegeben haben, dürfte das Werk bald auch in den tiefsten Schluchten des Balkans zu finden sein.

Warum nur? Es kann nur an Tito selbst liegen. Sein Biograf Pirjevec gibt dem Turbo-Boulevard, der überall in der Region die Öffentlichkeit beherrscht, wenig Zucker. Viele Details, die er bei gründlichem Archivstudium unter anderem in Moskau gefunden hat, interessieren nur Spezialisten. Ein süffiger Exkurs über Titos Frauen


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