Das langsame Ende der Kunstkaiser

Belvedere-Chefin Agnes Husslein-Arco symbolisiert ein feudales System, in dem eine Hand die andere wäscht

Falter & Meinung | Kommentar: Matthias Dusini | aus FALTER 29/16 vom 20.07.2016

Ehre, wem Ehre gebührt!" Mit diesem Aufruf stellte sich vergangene Woche eine Gruppe von Künstlern, Galeristen und Freunden auf die Seite von Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco (siehe auch S. 28). Sie forderten die Verlängerung von Hussleins Vertrag: "Wir wollen der Politik Mut zusprechen, die Neuberufung von Agnes Husslein gegen den destruktiven Willen aller vorgestrigen Besserwisser und Kunstfeinde durchzusetzen."

Der Galerist Christian Meyer, Sabine Breitwieser vom Museum der Moderne Salzburg und der Künstler Erwin Wurm, um einige Unterzeichner zu nennen, räumen damit der Kunst einen Sonderstatus ein. Sie bewerten die gegen die Belvedere-Chefin erhobenen Vorwürfe der Untreue und des Betrugs als Bagatellen, deren rechtliche Ahndung nur von Spießern gefordert werden kann.

Die Husslein-Fans haben recht. Allzu pingelig sollte man tatsächlich nicht sein, wenn man es in der Kunstwelt zu etwas bringen möchte. Die wahren Interessen erkennt man erst auf den zweiten Blick. So stellt


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