Buch der Stunde

Eine Entzifferung der Pathologie unserer Zeit

Feuilleton | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 29/16 vom 20.07.2016

Mord und Selbstmord - sind das nicht zwei entgegengesetzte Phänomene? Nicht immer, und immer weniger, findet Franco "Bifo" Berardi. In seinem neuen Buch nimmt er Selbstmorde in verschiedenen Kulturen unter die Lupe, von US-amerikanischen Amokläufern bis zu islamistischen Attentätern, von indischen Bauern bis zu Angestellten der privatisierten France Télécom.

Das 21. Jahrhundert begann mit einem Selbstmord, der zugleich ein Massenmord war, dem Anschlag vom 11. September 2001. Die Keimzelle in "Helden. Über Massenmord und Suizid" bildet aber der Amoklauf während der Premiere von "Batman" in Aurora im Jahr 2012, an dem Berardi den Zusammenhang von Mord, Selbstmord, Medien und Kunst aufzeigt. Der Autor ist überzeugt davon, dass sich das "Werden unserer heutigen Welt" besser verstehen ließe, wenn man sich mit der gestörten Emotionalität von Amokläufern auseinandersetzte, anstatt sich nur mit Politik und Ökonomie zu beschäftigen.

Trotzdem findet er die Ursache von deren Verbrechen


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