Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Wie der Innenminister Ausländer buchstäblich im Regen stehen lässt

Politik | aus FALTER 29/16 vom 20.07.2016

Wie ein Staat verfasst ist, zeigt sich auch daran, wen er wo und wie lange und auf welche Art und Weise Schlange stehen lässt. In Afrika, so erzählte einmal ein Mitarbeiter von Transparency International, ist derjenige mächtig, der den anderen grundlos warten lassen darf. Im Ostblock war das ewige Schlangestehen Ausdruck wirtschaftlicher Unfähigkeit. Und in Österreich? Es gibt zwei Orte, an denen Menschen ständig vor den Augen aller anderen warten müssen: In der Schnirchgasse in Erdberg standen Prostituierte vor dem Gesundheitsamt Schlange, um sich den "Deckel" zu holen. Und am Währinger Gürtel lassen die Wiener Polizei und das Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen Asylwerber auf der Straße warten. Warum das notwendig ist? "Kapazitätsprobleme", erklärt der Pressesprecher des Innenministeriums. Es gebe einfach nicht genügend Warteraum. Ende Juli soll das Problem angegangen werden. Dann übersiedelt das Asylamt in den dritten Bezirk.


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