Kommentar des Chefredakteurs

Nizza, Ankara, Graz: Gedanken zu Putsch, Krieg und dem starken Staat


Kommentar: Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 29/16 vom 20.07.2016

Es ist keine zehn Jahre her, da konnte sich die Türkei ernsthaft Chancen auf einen EU-Beitritt ausrechnen. Zumindest wurde ihr das versichert. Die Türkei, so hofften unverbesserliche Europäer, sollte den Rechtsbestand und die Rechtsschutzsysteme der EU übernehmen (die Europäische Menschenrechtskonvention samt Verbot der Todesstrafe gilt in der Türkei ja bereits). Im Gegenzug werde den Türken der europäische Markt - samt EU-Förderungen - geöffnet.

Was in den ehemaligen Ostblockstaaten in den 90er-Jahren grosso modo schnell gelang - der Abbau diktatorischer Strukturen und die Einführung eines Rechtsstaates binnen wenigen Jahren -, sollte doch auch im Reiche Atatürks gelingen.

Ein Argument der Beitrittsbefürworter war besonders überzeugend: Die Türkei sollte sich lieber Richtung Westen orientieren und nicht zu den autoritären islamischen Staaten des Nahen Ostens schielen. Das Ende der Geschichte, wie es der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama nach dem Fall des Kommunismus

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