Wiens Amazonas

Tief im Wiener Prater versteckt liegt das fantastisch schöne Krebsenwasser


Rundgang: Barbara Tóth
Stadtleben | aus FALTER 29/16 vom 20.07.2016

Der Urwald wartet ein paar Schritte links, aber der Eingang, der ist schwer zu finden. Wer zum Krebsenwasser will, muss der Prater-Hauptallee übers Lusthaus hinaus folgen. Dann, nach wenigen Metern, führt ein Trampelweg links in die Wildnis hinein. Nur ein Holzschild mit der Aufschrift "Stadtwanderweg 9" zeigt den Weg.

Einmal abgebogen, bleibt der Trubel des normalen Praters hinter einem. Das Keuchen der Hobbyläufer, das Geplaudere der Flaneure, die von der Gösser Bierinsel zum Lusthaus wechseln, das ferne Dröhnen der Autos, die über die Tangente rollen, alles weg. Vor einem liegt ein breiter Waldweg, bewacht von mächtigen Weißpappeln mit tief zerfurchten Rinden, die seit über 200 Jahren hier stehen.

Sie waren junge Bäume, als 1870 bis 1875 die Donau das erste Mal reguliert wurde, um die Leopoldstadt und die Dörfer Jedlesee, Floridsdorf und Stadlau hochwassersicher zu machen.

Dort, wo sich seit Jahrtausenden eine fünf Kilometer lange Auenlandschaft ausbreitete, entstand unter Kaiser

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