Von Menschen und Pferden

Tierschützer nehmen Wiens Fiaker immer mehr ins Visier. Droht das langsame Ende einer Institution?


Recherche: Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 29/16 vom 20.07.2016

Ein junges Mädchen sei es gewesen, so um die 20. Er, gerade auf dem Heimweg, die Landstraßer Hauptstraße hinauf. Sie habe ihm den Finger gezeigt und "Du scheiß Tierquäler!" nachgeschrien. Christians Kopf wippt, während er erzählt, sachte, immer leicht auf und ab, im Rhythmus der Schritte. So wie die Köpfe von Tommy und Limbo, von denen man von hier oben, vom Bock aus, nur die gespitzten Ohren und die langen dunkelbraunen, mit schwarzen Mähnen bedeckten Hälse sieht. So etwas passiere einem als Fiaker täglich, sagt Christian in gleichmütigem Tonfall. "Aber das sind in meinen Augen keine Tierschützer. Die haben einfach keine Ahnung von Pferden."

Vor zwei Jahren habe er auch noch so geredet, sagt Christian und schnalzt seinen Pferden laut mit der Zunge. Damals habe er noch alles nachgeplappert, was in den Zeitungen über Fiaker zu lesen sei. Dabei komme er eigentlich aus einer Fiaker-Familie: der Vater, der Bruder -beide Fiaker. Ihn selbst habe die Fiakerei nie interessiert. Stattdessen

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