Sommertheater Kritiken

Vom Schickimicki-Mann im kurzen Hoserl

Lexikon | MP | aus FALTER 29/16 vom 20.07.2016

In der Pause hört man die Stammgäste flüstern, wie viel netter und besser es doch sei als zuletzt. Als, zugegeben, Lustspielhaus-Debütant sieht man trotzdem eine lieblos zusammengeschusterte, relativ menschenverachtende Bruhaha-Komödie. "Don Giovanni - Der letzte Mann" von Max Gruber lässt den Mozart-Helden als Modeschöpfer im kurzen Stylo-Hoserl um sein Erbe als größter Macho aller Zeiten kämpfen. Chef Adi Hirschal selbst stolziert als eingebildeten Hagestolz über den Laufsteg, Gabriele Schuchter darf in Unterwäsche eine "kritische" Wutrede auf den Schickimicki-Schönheitswahn halten. Der Abend könnte die eigene Premieren-High-Society gehörig aufs Korn nehmen, daran hat er aber keinerlei Interesse. Verständlich, aber schade.

Wiener Lustspielhaus, Fr, Di-Do 20.00


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