"Dieses wahllose Töten ist ein Phänomen unserer Zeit"

Die Historikerin Sylvia Schraut erforscht die Geschichte des Terrorismus. Ein Gespräch über die Triebfeder islamistischer Attentäter, über falsch verstandene Männlichkeit und die Rolle der Frauen


Interview: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Nizza, Würzburg, München, Ansbach. Anschläge, Amokläufe, Tote, Verletzte. Der Terror hat Europa fest im Griff. Die Motive sind durchaus unterschiedlich. Zum Anschlag in Nizza, bei dem 84 Menschen starben und 200 verletzt wurden, hat sich die Terrororganisation "Islamischer Staat" bekannt; beim Amoklauf in München, bei dem neun Menschen starben und der Attentäter sich danach erschoss, scheint der rechtsextreme Massenmörder Anders Breivik Vorbild gewesen zu sein.

Der Falter sprach mit der Historikerin Sylvia Schraut über dieses massive Aufflammen terroristischer Gewalt in Europa. Schraut ist Professorin für Deutsche und Europäische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert an der Universität der Bundeswehr München und hat sich auf das Thema Terrorismus spezialisiert. Sie ist Mitherausgeberin des Sammelbandes "Terrorismus und Geschlecht. Politische Gewalt in Europa seit dem 19. Jahrhundert", der 2015 erschienen ist.

Falter: In den vergangenen Wochen beherrschte der Terror Europa. Worin

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