Film Neu im Kino

Die Wanderlust des Dachshunds: "Wiener Dog"

VANESSA SCHARRER | Lexikon | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Was soll das sein? Eine große Ratte, eine laufende Wurst oder doch ein Hund? Es ist nicht verwunderlich, dass der Dackel als überformter, weniger schöner Bruder des Schäferhundes oft für Witze herhalten musste. So auch in der Komödie "Wiener Dog" von Todd Solondz, hier dient ein Dackel mit seinen unterschiedlichen Frauchen und Herrchen als Anlass für absurde Situationskomik. In dem episodisch angelegten Film fungiert das Haustier als Projektionsfläche für Wünsche und Sehnsüchte.

Bei den ersten Besitzern ist er der Hund zur amerikanischen Vorstadtfamilie, er wird jedoch schnell abgeschoben, weil Hunde eine Menge Arbeit machen. Zum Glück erbarmt sich die einsame Tierpflegerin Dawn (Greta Gerwig) und rettet ihn vor dem Einschläfern. Diese mutige Aktion bringt sie dazu, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und mit dem Dackeltier auf große Fahrt zu gehen. Nicht weniger einsam ist Dave Schmerz (Danny DeVito); er ist Drehbuchautor und lehrt an einer New Yorker Filmschule und es läuft gar nicht gut. Als einziger Weggefährte bleibt ihm der Hund. Zum Schluss landet dieser bei einer alten Dame. Diese fühlt sich von ihrem nahen Ende bedroht, es stirbt jedoch nur der Dackel, elendig auf einem Highway überfahren von vielen Autos. Der Höhepunkt dieses Hundelebens findet dann als präparierter Hundekörper in einer Ausstellungseröffnung statt.

Man kommt nicht umhin, den tragischen Situationen etwas Komisches abzugewinnen, doch unter der Oberfläche scheinen viele Situationen weniger freundlich und offenherzig, als sie zu sein vorgeben. Zum Schluss bleibt der einprägsame Filmsong "The Ballad of Wiener Dog" im Ohr, der im klassischen Country-Stil den kleinen Dachshund als rastlosen Helden inszeniert.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Admiral)


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