Kommentar des Chefredakteurs

Erdoganisten, Polizisten und die Rechenschwäche der Höchstrichter


Einsprüche: Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Es passiert einfach zu viel. Wir kommen beim Recherchieren und Analysieren nicht mehr nach. Nizza, Würzburg, München, Reutlingen, Ansbach: Junge Männer morden, sprengen oder hacken andere zusammen. Aus religiösen Gründen oder weil sie krank sind. Wie sollen wir reagieren? Wie bringt sich der Staat in Stellung? Nicht Hysterie, sondern differenzierte Analyse ist gefragt.

Wir haben nämlich auch eine Ideologie zu verteidigen: Menschenrechte und das Prinzip der Verhältnismäßigkeit staatlichen Handelns. Das ist unsere Antwort auf die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts. Wir dürfen sie nicht infrage stellen, so wie dies in Österreich in den letzten Wochen aus viel nichtigeren Anlässen geschah. Drei Fälle, drei Einsprüche:

Erster Fall: die Türken-Demos In Wien haben Türken für ihren Sultan demonstriert. Ausgerechnet der Sultan, der Demonstranten gerne verhauen lässt. Sie schwangen ihre Fahnen mit dem Halbmond am Heldenplatz, sie jubelten Recep Tayyip Erdoğan zu. Manche skandierten

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