Festspiele Reichenau Kritiken

Der Marchese Tschinelli als "spanischer Grant"

Lexikon | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Es mag nicht wahnsinnig originell sein, bei Sommerspielen eine Nestroy-Posse anzusetzen, aber so, wie es Reichenau heuer mit "Liebesgeschichten und Heiratssachen" (Regie: Helmut Wiesner) gemacht hat, ist es auf jeden Fall goldrichtig. Bühne und Kostüme sind in Schwarz, Weiß und Grautönen gehalten, auch sonst ist alles eher konventionell. Umso mehr können sich die Schauspieler in der Nestroy'schen Sprache austoben. Als intriganter Herr Nebel sieht Miguel Herz-Kestranek, der auch einige Couplettexte beisteuert, dem alten Johann Nepomuk zum Verwechseln ähnlich, den Parvenü Fett gibt Toni Slama in bester Laune und Lautstärke. Besonders erfreulich ist es, Marcello de Nardo als Marchese zu erleben, der sich um seinen auf Freiersfüßen wandelnden Sohn sorgt. Ein wirklich feiner Spaß!

Theater Reichenau, Großer Saal, Sa, So 15.30, Fr, Di 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige