Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Pop

Michael Kiwanuka: Love & Hate

2012 debütierte der Engländer Michael Kiwanuka mit bluesigfolkigem Retro-Soul schön, aber zu brav. Jetzt legt er ein fantastisches Zweitwerk vor. Der Unterschied ist: Er paust die Musik von 1972 nicht mehr ab, sondern füllt seine Songs mit eigenem Leben und Bedeutung, während die Arrangements von zeitloser Größe sind. Schon der furiose zehnminütige Opener "Cold Little Heart" bläst einen weg. Hier dürfen ausnahmsweise Götter wie Marvin Gaye oder Terry Callier als Vergleiche herangezogen werden. (Universal) SF

Pop

Betty Davis: The Columbia Years

Es war einmal eine aufregende junge Sängerin, die einem alternden Jazzstar neue, psychedelische Welten zeigte. Er hieß Miles Davis, die junge Sängerin wurde 1968 seine Ehefrau. Den Namen behielt Betty Davis nach der Scheidung. In den 1970ern veröffentlichte sie drei tolle Funkplatten, dann verschwand sie. Nun bringt sie ein gehobener Archivschatz zurück: jene so mythenumrankten wie lässigen Aufnahmen voll Vitalität und positiven Vibes, die 1969 unter Miles' Aufsicht entstanden sind. (Light In The Attic) GS

Pop

The Julie Ruin: Hit Reset

Als große feministische Rockikone ihrer Generation ist Kathleen Hanna so etwas wie die Patti Smith der Nineties. Mit der Riot- Grrrl-Band Bikini Kill hauchte die heute 47-jährige US-Sängerin Punkrock Anfang der 90er noch einmal Leben und Sinn ein, mit Le Tigre mischte sie um 2000 die Elektropop-Szene auf. Nach langer, schwerer Krankheit gibt es nun das zweite Album ihrer Erwachsenenpunkband The Julie Ruin: leidenschaftlich, mitreißend und intensiv, bei aller Sprödheit aber auch wunderbar eingängig. (Hardly Art) GS


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