Nam Prak Volks

Volksgarten-Pavillon, wieder einmal. Diesmal als einer der besten Thais

Stadtleben | Lokalkritik: Florian Holzer | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Vom Volksgarten Pavillon war hier schon ein paar Mal die Rede, ja. Auch von Matthias Zykan war hier schon zu lesen, was aber auch kein Wunder ist, weil der Künstler, DJ und Koch halt zehn Jahre im Palmenhaus gekocht hat, außerdem den Pavillon kulinarisch konzipierte und in dieser Funktion vor sieben Jahren dort einen eisernen, schwarzen Smoker installierte und damit das Thema BBQ nach Wien holte.

Voriges Jahr verbrachte Zykan jedenfalls ein bisschen Zeit in Bangkok, heuer wieder, fuhr ohne Gepäck hin und kam mit den erlaubten 25 Kilo zurück – hauptsächlich bunte Plastiktellerchen, wie man sie in den Streetfood-Ständen Bangkoks verwendet, diverse Chilis und verschiedensten getrockneten, fermentierten Fisch. Denn: Der doch eher texanische Smoker wurde heuer in den Dienst der thailändischen Straßenküche gestellt (voriges Jahr angeblich auch schon, das hab’ ich aber nicht mitbekommen, sorry) und stellt damit eine der attraktivsten Freiluft-Verköstigungen dieses Sommers dar.

Was nicht zuletzt daran liegt, dass Zykan die Straßenküchen Bangkoks nicht zu kopieren versucht, sondern zu verstehen. Entscheidender Punkt sei die Anschaffung eines richtig großen Mörsers gewesen, meint er. Denn natürlich kann ein Mixer gut mixen, aber im Mörser werde das halt einfach anders.

Bestes Beispiel dafür ist eine dunkelbraune Paste, die er aus diversen fermentierten Zwiebeln und Fischen mörserte, irrwitzig intensiv, die gibt es neben marinierten, erbsgroßen Melanzani zu den würzigen Thai-Würstchen vom Holzkohlengrill (€ 10,–).

Auch beim Special des Tages, einem Thunfisch-Tatar, ging es wohl weniger um Authentizität als um eine Interpretation des Themas „Larp“, also alles fein hacken, teilweise nur scharf anbraten und vermischen. Das Tatar mit grünem Koriander, geröstetem Galgant, reichlich Kurkuma, Zwiebeln und was weiß ich noch alles, war einfach so wahnsinnig gut (€ 19,–). Der Thai-Burger ist freilich eher ein Zugeständnis an den Volksgarten als Party-Location, beim Ribeye mit Süßkartoffel und Maiskolben reicht aber, ehrlich gesagt, das Tigelchen der selbst angerührten Chili-Tamarinden-Sauce, um Thai-Feeling zu verbreiten – einerseits eine ziemlich gelungene Texas-Thai-Fusion, andererseits ein fantastisches Steak (€ 19,50).

Weiters preisen wollen wir hier den herrlichen Gai Yaang, thailändischen Hühnersalat (€ 12,–), einen wunderbar frischen, kleinen Thai-Gurkensalat mit Ingwer, Zwiebel und Koriander (€ 3,80) und die über Holzkohle gerösteten Austernpilze mit Roten Rüben und thailändischen Aromaten, könnte sein, dass man da zwei davon will (€ 6,80).

Gedacht ist, dass man’s – dann doch ganz authentisch – zusammen bestellt und in der großen Runde von allem nascht. Sonst muss man halt mehrmals kommen, auch kein Fehler.

Resümee:

Der texanische BBQ-Smoker im Volksgarten Pavillon smoked heuer thailändisch. Was der sagenhaften Heldenplatz-Location sehr gut passt.

Volksgarten Pavillon „Bangkok BBQ“
1., Volksgarten
Tel. 01/532 09 07
Mo–Sa 18–22 Uhr
www.volksgarten-pavillon.at


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