Buch der Stunde

Der Sohnemann soll es einmal besser machen

Thomas Leitner | Feuilleton | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Philipp Blom, Autor brillanter historischer Studien wie "Die zerrissenen Jahre. 1918-1938" und bekannt auch als gewandter Kulturvermittler (ORF, Burgtheater), legt ein erstes literarisches Werk vor, "Bei Sturm am Meer". Der Ich-Erzähler hat mit den Lebensdaten des Autors einiges gemeinsam. Anfängliche Skepsis, Autobiografisches als Roman verkleidet zu lesen, legt sich jedoch bald.

Ein Mann in seinen 40ern verfasst einen Lebensbericht als Brief an seinen kleinen Sohn. Dieser soll ihn lesen, wenn er das Alter des Vaters erreicht hat. Vielleicht wird er dann dessen Grundeinsicht teilen, dass Erwachsensein bedeutet, die eigene Gestalt als Parodie des als junger Mann entworfenen Selbstbildes zu identifizieren. Der gelassene Pessimismus des Vaters könnte ihm beim Bewältigen eigener Krisen mehr helfen als jenem das Selbstbild des eigenen Erzeugers. Der Sohn wird es vermutlich mit den Frauen besser machen als der Vater und der Großvater. Diese entziehen sich wiederholt ihrer Verantwortung und

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